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Cappel ev.-ref. (1840-1875) - Edition Detmold Vol. 8



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Edition Detmold Vol. 8 - Cappel
 


Kirchenbuchduplikate der Kirchengemeinde Cappel ev.-ref. (1840-1875)

DVD
Bonn 2007

Systemvoraussetzungen für die DVD ist ein Windows Betriebssystem ab Windows 95 aufwärts. Für die PDF-Ansicht auf der CD benötigen Sie den Acrobat Reader. Sollten Sie dieses Programm nicht haben, so können Sie es unter http://www.adobe.com/de/ dieses Programm kostenfrei herunterladen.

Die DVD enthält schwarz-weiß Bilder von Kirchenbuchseiten. Die Bilder wurden durch die Digitalisierung von Mikrofilmen gewonnen. Die usprüngliche Archivaliengrundlage sind Kirchenbuchduplikate der Lippischen Landeskirche, die im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Personenstandsarchiv Detmold unter den Signaturen P1A Nr. 39-42 verwahrt werden.

P1ANr39 (1840-1852)
P1ANr40 (1853-1864)
P1ANr41 (1865-1870)
P1ANr42 (1871-1875)

Die Kirchenbuchduplikate enthalten Eintragungen von Geburten, Heiraten, Sterbefällen und Konfirmationen der Jahre 1840-1875.

Zusätzlich enthält die DVD je Signatur eine Erläuterung mit sozialgeschichtlichen Bemerkungen:

Dazu nachfolgend beispielhaft die Erläuterung zur P1A Nr39:

Geschichte der Gemeinde/Kirche:

Die Anfänge der Kirchengemeinde liegen in frühmittelalterlicher Zeit. Der Name "Cappel" deutet darauf hin, dass an diesem Ort ursprünglich nur eine Kapelle vorhanden war. Für die ersten christlichen Kirchen im unterworfenen Sachsenlande wurden häufig Orte ausgesucht, an denen schon heidnische Kultstätten oder Thingplätze bestanden hatten.

Um 1231 gab es in Cappel jedenfalls eine selbständige Pfarrkirche, die Johannes dem Täufer geweiht war und zum Archidiakonat Steinheim (als Unterbezirk des Bistums Paderborn) gehörte. Johannes dem Täufer geweihte Kirchen galten von alters her als Taufkirchen.

Zu der Kirche gehörten 6 Bruderschaften, die im kirchlichen Leben eine besondere Rolle spielten. Es handelte sich um religiöse Vereinigungen zur Pflege der Frömmigkeit und des Gebetes. Sie sind vermutlich im 13./14. Jh entstanden und existierten bis in die Zeit der Reformation. Aus den beträchtlichen Abgaben, die jedes Mitglied zu leisten hatte, floß ein bedeutendes Vermögen zusammen, dass es ermöglichte, auf dem Gebiet der Krankenpflege und der Armenfürsorge reiche Almosen zu geben.

Die erste Lippische Kirchenordnung nach der Reformation wurde 1538 von zwei Landtagen in Cappel unter der Linde auf dem Kirchhof angenommen.

Während des 30-jährigen Krieges wurden die Kirche sowie 19 Höfe der Gemeinde zerstört. Auch die Pest forderte viele Opfer in der Gemeinde.

Die Kirche wurde noch vor Ende des Krieges wieder aufgebaut. Da sie mit sparsamen Mitteln errichtet worden war, wurde sie auch recht schnell baufällig. Bei Reparaturarbeiten im Jahre 1827 stürzte die Kirche ein. Neben dem unversehrten Turm wurde 1828 mit einem Neubau begonnen nach den Entwürfen des Bückeburger Baumeisters Weißig, ein schlichter klassizistischer Bau mit 775 Sitzplätzen. Sie wurde am 06.Dezember 1829 von Pastor Stivarius eingeweiht. An der Nordseite des Turmes befand sich bis 1853 ein Erbbegräbnis der Familie von Donop auf Lüdershof. Diese erhielt 1791 die Erlaubnis zur Anlegung eines Begräbnisses im Nordholze. 1853 wurde Lüdershof nach Donop umgepfarrt.

Bereits 1594 wurden Kinder aus dem gesamten Kirchspiel durch den Küster unterrichtet. In Großenmarpe war ab1684 die einzige Nebenschule. 1885 brannte das Küsterhaus ab und wurde im selben Jahr mit Schulstube und Nebenlehrerwohnung neu erbaut. 1829 wurde ein neuer Friedhof angelegt.

Zur Kirchengemeinde gehörten insgesamt vier Kapellen: Großenmarpe, erbaut zwischen 1250 und 1300, Brüntrup, Wöhren und Kleinenmarpe.

Das gesamte Dorf mit seiner Umgebung gehörte früher zum kirchlichen Grundvermögen, auch der Krug war Eigentum der Kirche. Sie war Ende des 18. Jh. wohl die reichste Kirche in Lippe an Grundbesitz.

Pfarrer:
Simon Franz Bernhard Stivarius, 1824-1844, war zuvor Pastor in Donop. Er wurde am 12. September 1824 in Cappel eingeführt; hier starb er 1844.

Wilhelm Begemann, 1844-1858, Sohn des Bückeburger Hofpredigers Emil Begemann. 1858 wurde er Seminardirektor in Detmold. Er starb dort am15. Dezember 1862.

Informationen nach:
Wilhelm Butterweck, Die Geschichte der Lippischen Landeskirche, Schötmar 1926, S. 354 ff.

150 Jahre Kirche zu Cappel. Aus der Geschichte der Kirchengemeinde Cappel, zus.gest. v. E. Ulrichs, Blomberg 1979, S. 5-35.

W. Prasse, Cappel, Eine Chronik eines alten Kirchdorfes, 1994, o. Seitenangabe.

Enthält Einträge aus folgenden Orten:
Altenkamp, Brüntrup, Cappel, Dalborn, Erdbruch, Großenmarpe, Hestrup, Kleinenmarpe, Lüdershof, Mossenberg, Oberschönhagen, Oestrup, Wöhren.

In den Heiratsregistern werden folgende auswärtige Niederlassungsorte genannt:
Barkhausen, Hohenhausen, Istrup, Mosebeck.

Wesentliche genannte Standeszugehörigkeit:
Kolon, Einlieger, Leibzüchter, Neuwohner.

Wesentliche genannte Berufe/Gewerbe:
Die Gemeinde ist geprägt von der bäuerlichen Bevölkerung. Daneben findet man wenige Handwerker, außerdem Förster, Krüger, Müller und einen Uhrmacher.

Wesentliche genannte Todesursachen:
Altersschwäche, Auszehrung, Brustkrankheit, Husten (1845), Krämpfe, Masern (1849), Nervenfieber, Schürken, Schwindsucht, Unglück, Wassersucht.

Weitere Bemerkungen:
G: sechsspaltige Tabelle (Geburtsort / Geburtsdatum / Taufdatum / Name des Täuflings / Namen der Eltern mit Angaben zum Stand, Beruf und Heiratsdatum / Taufzeugen).

K: Listen der Konfirmanden getrennt nach Schulen mit Namen, Wohnort und Geburtsdatum. Anzahl der Kommunikanten pro Jahr.

H: dreispaltige Tabelle (Ort der Niederlassung und Datum der Heirat / Angaben zum Bräutigam / Angaben zur Braut).

T: siebenspaltige Tabelle (Sterbeort / Name, Stand und Familienverhältnisse des Verstorbenen / Tag des Todes / Tag des Begräbnisses / Todesursache / Alter / Geburtsdatum und -ort).

Vereinzelte Präsentationsberichte der Pfarrer an das Konsistorium zu den Kirchenbuchduplikaten mit Berichtigungen und Ergänzungen der Register.

Ergänzende Jahrgänge der Kirchenbücher und Kirchenbuchduplikate von Cappel befinden sich bei der Kirchengemeinde. Zahlreiche Originalkirchenbücher lippischer Kirchengemeinden sind im Staats- und Personenstandsarchiv Detmold deponiert, die zum Teil bis in das Jahr 1611 zurückreichen (Signatur L 112A). Im Staats und Personenstandsarchiv Detmold befinden sich die Kirchenbücher und Kirchenbuchduplikate aller reformierten und lutherischen Kirchengemeinden in Lippe vollständig auf Mikrofiches.



 
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