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Bösingfeld-Goldbeck - Edition Detmold Vol. 6



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Bösingfeld-Goldbeck, Edition Detmold Vol. 6
 


Kirchenbuchduplikate der Kirchengemeinden Bösingfeld-Goldbeck ev.-ref. (1776-1804, 1831-1875)

DVD
Bonn 2007

Die DVD enthält digitale Bilder der Kirchenbuchduplikate von Bösingfeld und Bösingfeld Goldbeck. Die Archivsignaturen P1ANr.27-33 des Staats- und Personenstandsarchivs in Detmold sind auf diese Weise bearbeitet.

Dokumentiert sind die Jahre von 1776-1804 und 1832-1875 von Bösingfeld und 1832-1875 von Bösingfeld Goldbeck.
Signatur des PSA Brühl Ereignis und Zeitraum
P 1 A Nr. 27
Bösingfeld
Geburten 1776-1804
Sterbefälle 1779-1804
Heiraten 1779-1804
Konfirmationen 1779-1781
Konfirmationen 1786
Konfirmationen 1788-1797
Konfirmationen 1799-1801
Konfirmationen 1803-1804
P 1 A Nr. 28
Bösingfeld-Goldbeck
Geburten 1832-1860
Heiraten 1832-1860
Sterbefälle 1832-1860
Konfirmationen 1844-1860
P 1 A Nr. 29
Bösingfeld-Goldbeck
Geburten 1861-1875
Konfirmationen 1861-1875
Heiraten 1861-1875
Sterbefälle 1861-1875
P 1 A Nr. 30
Bösingfeld
Geburten 1840-1852
Heiraten 1840-1852
Sterbefälle 1840-1852
Konfirmationen 1840-1852
P 1 A Nr. 31
Bösingfeld-Goldbeck
Geburten 1853-1861
Heiraten 1853-1861
Sterbefälle 1853-1861
Konfirmationen 1853-1861
P 1 A Nr. 32
Bösingfeld
Geburten 1862-1870
Heiraten 1862-1870
Sterbefälle 1862-1870
Konfirmationen 1862-1870
P 1 A Nr. 33
Bösingfeld
Geburten 1871-1875
Heiraten 1871-1875
Sterbefälle 1871-1875
Konfirmationen 1871-1875

Ergänzt sind die Bilddaten durch Zusammenfassungen der Pfarrgeschichte und Zusatzinformationen wie Herkunft, Berufe, vorkommende Krankheiten.
Geschichte der Gemeinde/Kirche:
Der Flecken hat eine wechselvolle Geschichte. Viermal wurde der Ort durch Feuer zerstört. Zuerst um 1424, als Bernhard VI. zur Lippe mit dem Grafen Adolf von Schaumburg um die Herrschaft Sternberg stritt. Noch um 1442 war der Ort verödet und der Bischof Albert von Minden gestattete, dass die Glocke der verwüsteten Kirche von Bösingfeld der Kirche von Hillentrup überlassen wurde, allerdings unter der Bedingung, dass die Glocke nach der Wiederherstellung von Bösingfeld dorthin zurückgeliefert werden müsste

Am 14. September 1632 wurde der Ort wieder ein Opfer des Feuers, nur vier Häuser blieben erhalten. Die Kirche ging in Flammen auf, der Turm brannte aus. Dasselbe Schicksal scheint 1521 dem Flecken durch die Fehde eines Veit Derenthal beschert worden zu sein.

Es brannten 1756 in wenigen Stunden 44 Häuser ab. Die königliche Regierung von Hannover (das Amt Sternberg war an Hannover verpfändet) beschloss daher, die Häuser weiter auseinander zu setzen.

Tiefe Spuren des Elends hinterließ auch der Dreißigjährige Krieg. Als 1663 ein Kollektant für den Neubau der kirchlichen Gebäude weit und breit sammelte, brachte er das Geld gleichzeitig durch. Die an dem Kirchturm angebrachte Jahreszahl 1700 deutet auf eine Reparatur der Kirche hin. Im Jahre 1857 wurde das Schiff nach einem Plan des Baurats Merckel erweitert. Sehenswert ist die alte, reich geschnitzte Kanzel. Mit Rücksicht auf die auswärtigen Gemeindemitglieder wurde bis 1769 drei Feiertage an den hohen Festen gefeiert. Am 5. September 1858 schlug der Blitz durch die Spitze des Turms, ohne zu zünden.

Schön sind die beiden silbernen Abendmahlskelche. Der eine trägt die Jahreszahl 1649, der zweite hat als Inschrift die Worte: "Der Major Erich von Neuberg hat mich in die Bösingfelder Kirche geschenkt, Kassel, 1. Juni 1721". (Dieser Major wurde 1725 in der Kirche beerdigt).

Das jetzige Pfarrhaus ist 1897 errichtet worden. Das vorige aus dem Jahre 1657 stammend, hatte ein Distichon als Inschrift (s. Schwanold, Das Fürstentum Lippe. Detmold 1899, S. 82.). Das Patronatsrecht der der Jungfrau Maria und dem Apostel Jakobus geweihten Kirche hatten die Grafen von Sternberg. Seit 1492 sollte die Präsentation und Verleihung der Ehefrau des jeweiligen Grafen zur Lippe zustehen. Um den Pfarrdienst zu Sternberg entstanden 1666 Meinungsverschiedenheiten zwischen Bösingfeld und Alverdissen. Der Streit wurde zu Gunsten Bösingfelds entschieden. Aus dem Ort Goldbeck erhielt der Pastor noch 1696 12 Fuder Holz. Die nach Exten eingepfarrten Lipper verlangten 1718 eine besondere Prieche in der dortigen Kirche, die ihnen 1719 von dem Konsistorium in Rinteln ausdrücklich bewilligt worden ist.

Zur Pfründe in Bösingfeld gehörte seit 1492 fast der ganze Bösingfelder Zehnte. Sämtliche Meier des Ortes mussten dem Pfarrer jährlich drei Dienste tun, und zwar einen bei Stroh und zwei bei dem Greße (Grase). Hagemanns Gut war Eigentum der Kirche und daher zehntpflichtig. Um die Gerechtsame dieses Hofes wurde von 1699 an ein langwieriger Prozess geführt. Am 4. August 1723 bemeierte der Graf Henrich Adolf den Konduktor Johann Henrich Freund aus Maspe mit diesem Hof gegen Kornlieferungen an die Kirche und die Pfarre. In den Jahren 1800-1807 wurde das Gut, Hämelei genannt, für die Kirche zurückgekauft. Die Häuser und Gärten sind 1840 veräußert, unfruchtbare Grundstücke mit Tannen bepflanzt worden (s. Intelligenzblatt 1842, S. 30). In früheren Zeiten hatte der Pfarrer auch Anteil an der Dorfschäferei und Fischereirechte an allen Wassern der Herrschaft Sternberg. Er musste dafür jeden Monat eine Messe in Sternberg lesen (1492). Einen Armenbeutel gab es 1604 in Bösingfeld noch nicht.

Die gehobene Privatschule ist 1901 von Pastor Ferdinand Ewerbeck ins Leben gerufen worden. Einen Volksschulmeister hatte man schon um 1587. 1594 unterrichtete der Küster sechs kleine Jungen. Der Küster klagte 1604, dass die Arbeit an der Schule viel, die Gebühr aber gering sei. Im Jahre 1618 baten die Bösingfelder um einen tüchtigen Schulmeister, der jetzige wäre ein Zimmermann. Nebenschulen gab es in Bremke (1686), in Linderhof (1692), in Goldbeck (1691), in Reine (Schönhagen) (1700).

Pfarrer:
August Geller, 1853-1889, Sohn des Küsters Geller in Schötmar. Er besuchte das Gymnasium in Lemgo, die Universitäten in Jena und Tübingen. Um 1840 wurde er Landeskandidat, 1842 Konrektor in Salzuflen, 1846 dort Rektor und Frühprediger. 1852 wurde er zum Pastor nach Bösingfeld gewählt, wo er am 12. Juni eingeführt wurde. Am 11. November 1857 wurde die erweiterte und verschönerte Kirche durch Vize-Generalsuperintendenten von Cölln eingeweiht. Pastor Geller hielt die Festpredigt. Er starb am 3. April 1899.

Informationen nach: Wilhelm Butterweck, Die Geschichte der Lippischen Landeskirche, Schötmar 1926, S. 340f., 345f..

Enthält Einträge aus folgenden Orten:
Aechternhöfen, Asmissen, Bösingfeld, Bruch, Dickensberg, Fahrenplatz, Frevertsberg, Hamelei, Hohenasch, Hummerbruch, Linderbruch, Linderhofe, Middelegge, Piperberg, Rehbent, Reine, Rüsken, Scharbke, Schaufberg, Schönhagen, Siekhof, Steinegge, Sternberg, Strang, Stratenberg, Twelen, Vallentrup.

In den Heiratsregisternwerden folgende auswärtige Niederlassungsorte genannt:
Amerika, Bega, Bückeburg, Gütersloh, Lemgo.

Wesentliche genannte Standeszugehörigkeit:
Man findet eine Mischung aus städtischen und bäuerlichen Standesbezeichnungen, u.a. Bürger, Einlieger, sowie alle landwirtschaftlichen Besitzerklassen vom Kleinkötter bis zum Vollmeier.

Wesentliche genannte Berufe/Gewerbe:
Neben Landwirten und in der Landwirtschaft Tätigen, gibt es einige öffentlich Bedienstete, verschiedenste Handwerker, Gastwirte und Kaufleute. Als berufstätige Frau findet man eine Näherin.

Wesentliche genannte Todesursachen:
Altersschwäche, Auszehrung, Brustkrankheit, Masern (1874), Ruhr (1872), Scharlach (1875), Schürken, Schwindsucht, Totgeburt, Wochenkind.

Weitere Bemerkungen:

Geburten: sechsspaltige Tabelle (Geburtsort / Geburtsdatum / Taufdatum / Name des Täuflings / Namen der Eltern mit Angaben zum Stand, Beruf und Kopulationsdatum / Taufzeugen). Heiraten: vierspaltige Tabelle (Ort der Niederlassung und Datum der Kopulation / Angaben zum Bräutigam / Angaben zur Braut). Konfirmationen: dreispaltige Tabellen (Name und Wohnort, Geburtsdatum); Anzahl der Kommunikanten pro Jahr. Sterbefälle: achtspaltige Tabelle (Wohnort des Verstorbenen / Name, Stand und Familienverhältnisse / Tag des Todes / Tag des Begräbnisses / Todesursache / Alter / Geburtsdatum und -ort).
Jährliche Präsentationsberichte der Pfarrer an das Konsistorium zu den Kirchenbuchduplikaten mit Berichtigungen und Ergänzungen der Register.

Ergänzende Jahrgänge der Kirchenbücher und Kirchenbuchduplikate von Bösingfeld befinden sich bei der Kirchengemeinde.

Zahlreiche Originalkirchenbücher lippischer Kirchengemeinden sind im Staats- und Personenstandsarchiv Detmold deponiert, die zum Teil bis in das Jahr 1611 zurückreichen (Signatur L 112A).

Im Staats und Personenstandsarchiv Detmold befinden sich die Kirchenbücher und Kirchenbuchduplikate aller reformierten und lutherischen Kirchengemeinden in Lippe vollständig auf Mikrofiches.

 

 
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