Editionen

Schöttmar
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Edition Detmold Vol. 13 Schöttmar
Schötmar ev.-ref. (1840-1875), 2 DVDs
Edition Detmold Vol. 13
Doppel-DVD
Bonn 2007
Die DVDs enthalten schwarz-weiß Digitalisate von Kirchenbuchduplikaten der evangelisch-reformierten Gemeinde Schötnar, heute zu Bad Salzuflen (PLZ 32105) gehörig.
Dokumentiert sind Geburts, Heirats, Sterbe- und Konfirmationseinträge der Jahre 1840-1875.
Weitere Erläuterungen zu den Kirchenbucheintragungen wurden im Staatsarchiv Nordrhein Westfalen Personenstandsarchiv Detmold erarbeitet.
Nachfolgend ein Auszug zu den Erläuterungen zum Kirchenbuchduplikat der Signatur P1ANr.169 (Jahre 1840-1843) als Auszug.br>
| Signatur des PSA Brühl |
Kerninhalt |
Gemeinde / Inhalt |
Umfang |
| P 1 A Nr. 169 |
Geburten 1840-1843 Heiraten 1840-1843 Taufen 1840-1843 Konfirmationen 1840-1843
| Kirchenbuchduplikate der Gemeinde Schötmar I Inhaltsverzeichnis fehlt. Namensverzeichnisse fehlen. Geschichte von Gemeinde und Pfarramt fehlt.
Pfarrer von Schötmar: Johann Friedrich Karl Plessmann 1826-1843 F[riedrich] Thorbecke 1835-1842 Wilhelm Heinrich Nikolaus Zeiss 1837-1844 [Friedrich] A[ugust] Wessel 1843-1866
Geburten 03.01.1840-31.12.1840 Geburten 04.01.1841-30.12.1841 Geburten 01.01.1842-31.12.1842 Geburten 01.01.1843-31.12.1843
Konfirmanden 12.04.1840-18.10.1840 Konfirmanden 04.04.1841-31.10.1841 Konfirmanden 20.03.1842-30.10.1842 Konfirmanden 09.04.1843-01.10.1843
Heiraten 05.01.1840-27.12.1840 Heiraten 10.01.1841-26.12.1841 Heiraten 02.01.1842-26.12.1842 Heiraten 08.01.1843-31.12.1843
Tote 08.01.1840-30.12.1840 Tote 03.01.1841-30.12.1841 Tote 01.01.1842-30.12.1842 Tote 01.01.1843-30.12.1843
| 712 Seiten |
Geschichte der Gemeinde/Kirche:
Die Kirche war in vorreformatorischer Zeit dem hl. Kilian geweiht und gehörte mit zu den ältesten Kirchen des Landes. Wahrscheinlich hatte Schötmar schon vor 836 ein Gotteshaus. Denn in diesem Jahr wurden die Gebeine des hl. Liborius von Le Mans nach Paderborn gebracht und damit trat die Verehrung des hl. Kilian hinter die des hl. Liborius im Bistum Paderborn zurück. Von nun an weihte man einzelne neue Kirchen nicht mehr dem Kilian, sondern dem hl. Liborius. Die im Jahr 1847 abgebrochene Kirche ist nicht vor dem 12. Jahrhundert erbaut worden. Es handelt sich um eine im schwerfälligen altgermanischen Stil erbaute Kreuzkirche. 1384 wurde sie mit dem Kirchhof durch Heyneke von Münchhausen verwüstet, so dass nur die Umfassungsmauern und der Turm stehen blieben. Um 1389 verwandelte Simon III. sie für kurze Zeit während einer Fehde in eine Burg. Auch in der Soester Fehde scheint das Kirchengebäude um 1447 beschädigt worden zu sein und um 1451, wo Graf Nikolaus von Tecklenburg in Lippe einfiel und das Dorf Schötmar ausplünderte. Die Jahreszahl 1451, die sich am Turm befand, deutete auf eine größere Reparatur hin. Ganz besonders hat der Dreißigjährige Krieg die Kirche mitgenommen. Die Gehrtekammer war seit 1701 an die Familie von Donop als Totenhaus verkauft worden, während die Besitzer von Papenhausen, Sylbach und Westervinnen je eine Grabkammer an die Kirche gebaut hatten. Im Innern der Kirche standen bis zur Reformation drei Altäre. Der Hauptaltar war dem hl. Kilian geweiht, die beiden anderen dem hl. Nikolaus und dem hl. Jakobus.
Im Frühjahr 1847 wurde die alte baufällige Kilianskirche abgebrochen. Bis zur Errichtung einer Bretterkirche auf dem Kirchplatz nahm die Gemeinde einige Monate am Gottesdienst in Salzuflen teil. Am 26. Juni 1850 wurde der Grundstein zu einer neuen Kirche gelegt und am 26. Juni 1854 war die Einweihung. Der Bauriss stammte von dem Salinendirektor Ludwig Gödeke in Salzuflen. Die gesamten Kosten, einschließlich des Inventars, betrugen über 33.446 Taler. Über die Beitragspflicht zu der Baulast kam es zwischen Kirchengemeinde und einigen Gemeindemitgliedern zu Prozessen. Der Besitzer des Rittergutes, von Stietencron, hielt sich seit Aufhebung des Parochialzwangs an die lutherische Kirche. Die neue Kirche hat fast 2.000 Sitzplätze und es besteht freie Platzwahl. Der Krug (Hotel Korf) wurde bis 1621 aus kirchlichen Mitteln unterhalten, obwohl er Eigentum des Landesherrn war. Bis 1841 musste die Kirchengemeinde auch für die Unterhaltung der Wege und Brücken aufkommen (Brückendechen). Eine Orgel besaß die Gemeinde schon 1600. Sie wurde 1711 und dann 1836 erneuert. Die jetzige wurde 1856 von dem Orgelbauer Möhling in Rinteln angefertigt. Das Gehäuse lieferte Hofzimmermeister Beneke in Detmold. Die Kosten wurden aus einem Legat des Fabrikanten Reese in Amsterdam gedeckt. Die im Krieg 1917 verwerteten Prospektpfeifen wurden 1921 durch eine Stiftung eines deutsch-amerikanischen Bürgers namens Kufes und dessen Frau geb. Nagel aus Schötmar ersetzt (7.000 Mark). Die alte Glocke, 1437 zu Ehren der heiligen Katharina gegossen, ist erhalten geblieben, während die beiden anderen Bronzeglocken und die Schlagglocken der Uhr 1917 ein Opfer des Krieges geworden sind. Die neuen Glocken sind aus Stahl.
1581 wurde die erste Schule auf dem Kirchplatz gebaut. Die Küsterei ist 1812 aus kirchlichen Mitteln erworben worden. Im Jahr 1858 brannte das zweite Pfarrhaus ab und wurde dann neu erbaut.
Der Kirchhof wurde 1838 geschlossen. 1834 sind der Funeke Kirchhof und 1840 der Werre Kirchof angelegt worden. Eingeweiht wurden weiterhin folgende Friedhöfe: 1908 der Asper Kirchhof, 1887 der lutherische und 1909 der reformierte Friedhof in Lockhausen. Später kamen noch dazu: Ahmsen (1911), Holzhausen und Hölsen (1921) sowie Wülfer (1927). Die letzten drei sind kommunal.
Pfarrer:
Johann Friedrich Karl Plessmann 1826-1843, vorher Pastor in Langenholzhausen. Er starb im Alter von 75 Jahren am 28. September 1843. Als Anhänger des Rationalismus fand er an der 1830 einsetzenden Erweckungsbewegung in Ehrsen, Retzen usw. keinen Gefallen. Da er in seinen letzten Jahren stark zur Schwermut neigte, wurde ihm ein Gehilfe beigeordnet. Diese waren Friedrich Thorbecke von 1835-1842 und August Wessel von 1842-1844
Friedrich Thorbecke, 1835-1842, geboren am 1. September 1810 in Herbram bei Iggenhausen in der Nähe von Paderborn Als Sohn des Gutspächters Georg Dietrich Ludwig Thorbecke. Er studierte 1830-1833 in Göttingen und wurde 1833 lippischer Landeskandidat. Im Jahr 1834 war er Hauslehrer in Waldeck, 1835 Gehilfe in Schötmar I, 1842 Pastor in Salzuflen, 1856 Pastor in Hohenhausen. In Salzuflen gründete er 1844 eine Gemeindebibliothek. Er starb am 28. Mai 1876 in Hohenhausen.
Wilhelm Heinrich Nikolaus Zeiss,1837-1844, Pastor in Stapelage. In Schötmar hielt er seine Antrittsrede am 5. November 1837, seine Abschiedsrede am 23. Juni 1844. Er regte die Neugründung einer Gemeinde in Hovedissen (Leopoldshöhe) an und weihte am 22. Dezember 1840 den Werre Kirchhof in Schötmar ein. Im Jahr 1844 übernahm er bis 1885 die Pfarre in Schwalenberg. Er starb fast völlig erblindet am 23. Mai 1887 in Heiligenkirchen.
Friedrich August Wessel, 1843-1866, geboren in Schötmar am 7. Juli 1813 als Sohn des Amtmanns C.C.C. Weßel. Er studierte von 1832 bis 1835 in Jena und Berlin. 1836 wurde er Landeskandidat. 1839 wurde er Konrektor in Bad Salzuflen, am 7. März 1842 Hilfsprediger (zweiter Pfarrer) in Oerlinghausen und 1843 Gehilfe des Pastors Plessmann in Schötmar. Nach dessen Tod verwaltete er als Vikar die erste Pfarrstelle, wurde am 6. April 1844 zweiter und 1864-1866 erster Pastor in Schötmar, von 1866 bis 1868 Generalsuperintendent in Detmold. Vom 2. August 1849 bis 11. Februar 1851 war er Abgeordneter im lippischen Landtag. Aufgrund seiner umfangreichen Amtspflichten legte er sein Mandat nieder. Er hat sich um das kirchliche Leben in der Gemeinde sehr verdient gemacht. An dem Neubau der Kirche hat er regen Anteil genommen. Um 1850 rief er mit einigen gleich gesinnten Männern (Rat Hasse aus Salzuflen, Gutsbesitzer Nacke aus Ehrsen und Kaufmann Brüggemann aus Schötmar) die Knabenrettungsanstalt Grünau ins Leben. Auf seine Veranlassung wurde am zweiten Advent 1862 in der Kirche von Schötmar das erste Missionsfest gefeiert, wobei der Hereromissionar Hugo Hahn die Festrede hielt. Er starb am 6. März 1868 in Detmold.
Informationen nach:
Wilhelm Butterweck, Die Geschichte der Lippischen Landeskirche, Schötmar 1926, S. 566-568, 574, 577.
Siehe auch: Jutta Prieur, Mühsal und Arbeit. Das lange Leben des lippischen Pfarrherrn Adam Zeiss zu Silixen, (Sonderveröffentlichung des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe Band 74), Detmold 2004.
Enthält Einträge aus folgenden Orten:
Aspe, Bexten, Bexterhagen, Bexterlau, Biemsen, Breden, Büxten, Ehrdissen, Ehrsen, Grastrup, Hackenheide, Heerse, Heerserheide, Heipke, Hölsen, Hölserheide, Holzhausen, Hovedissen, Kappelbusch, Knetterheide, Kochheide, Krentrupperhagen, Kriegerheide, Kusenbaum, Linnemannsheide, Lockhausen, Lockhauserheide, Moshagen, Nienhagen, Papenhausen, Pivitsort, Quentsiek, Retzen, Retzerheide, Sassenholz, Schukenbaum, Schötmar, Stukenbrok, Sylbach, Uebbentrup, Vinnen, Westervinnen, Werl, Wülfer, Wülferheide.
In den Heiratsregistern werden folgende auswärtige Niederlassungen genannt:
Barntrup, Lage, Leese, Wissentrup.
Wesentlich genannte Standeszugehörigkeit:
Schötmar ist ein Ort mit vorwiegend bäuerlichen Einwohnern. Es finden sich Einlieger sowie alle landwirtschaftlichen Besitzklassen vom Leibzüchter bis zum Meier.
Wesentlich genannte Berufe/Gewerbe:
Der Großteil der Bevölkerung arbeitete in der eigenen Landwirtschaft. Zusätzlich findet man verschiedene Handwerker, einen Kaufmann, Leineweber, einen Polizeidiener, Schullehrer und Ziegler.
Wesentlich genannte Todesursachen:
Altersschwäche, Auszehrung, Brustkrankheit, Krämpfe, Masern (1843), Nervenfieber, Ruhr (1841), Schwindsucht, Schwäche, Totgeburt, Wassersucht, Wochenkind.
Weitere Bemerkungen:
Geburten: sechsspaltige Tabelle (Geburtsort / Tag der Geburt / Tag der Taufe / Täufling / Namen der Eltern mit Angabe des Heiratsdatums / Taufzeugen); beim Vater Angaben zum Beruf und Stand.
Konfirmanden: Listen der Konfirmanden mit Geburtsdaten; Anzahl der Kommunikanten pro Jahr.
Heiraten: dreispaltige Tabelle (Ort der Niederlassung und Tag der Heirat / Name, Stand, Beruf, Herkunft und Geburtsdatum des Bräutigams / Name, Herkunft und Geburtsdatum der Braut); Trauzeugen fehlen.
Tote: siebenspaltige Tabelle (Sterbeort / Name, Stand und Familienverhältnisse des Gestorbenen / Tag des Todes / Tag des Begräbnisses / Krankheit / Alter / Geburtsdatum); Familienverhältnisse: Angabe des Ehemannes bei verstorbenen Frauen; Nennung der Eltern bei verstorbenen Kindern und teilweise bei verstorbenen Frauen; teilweise Angabe des Familienstandes und der Berufs-/Funktionsbezeichnung; Angabe des Herkunftsortes bei Auswärtigen.
