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Falkenhagen ev.-ref. (1840-1875), rk (1854-1875),DVD Edition Detmold Vol. 9



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Edition Detmold Vol. 9 - Falkenhagen
 


DVD
Bonn 2007
Die DVD enthält schwarz-weiß Digitalisate von Kirchenbuchduplikaten der evangelisch-reformierten Gemeinde Falkenhagen (heute Stadt Lügde PLZ 32676).

Dokumentiert sind Geburts, Heirats, Sterbe- und Konfirmationseinträge der Jahre 1765-1828 und 1840-1875. Ergänzend sind noch vorhanden Kirchenbuchduplikate der katholischen Gemeinde aus den Jahren 1854-1875.

Weitere Erläuterungen zu den Kirchenbucheintragungen wurden im Staatsarchiv Nordrhein Westfalen Personenstandsarchiv Detmold erarbeitet.

Nachfolgend ein Auszug zu den Erläuterungen zum Kirchenbuchduplikat der Signatur P1ANr67 als Auszug.

Geschichte der Gemeinde/Kirche:

Mit der lippischen Kirchenordnung von 1538 bekannte sich die Grafschaft Lippe zur evangelisch-lutherischen Lehre. In Falkenhagen aber leisteten die Kreuzherren Widerstand gegen die Reformation. Jahrzehntelang wurde zwischen Paderborn und Lippe verhandelt, einige Mönche traten zum evangelischen Glauben über und verließen das Kloster.

1596 wurde das Kloster aufgehoben und die Klostergüter zwischen der Grafschaft Lippe und dem Bischof von Paderborn aufgeteilt. 1604 übernahmen die Jesuiten die restlichen Klostergüter.

1605 wurde die sog. zweite Reformation durch Graf Simon VI. in Lippe durchgeführt. Die Einführung des reformierten Bekenntnisses stieß zunächst auf Widerstand in der Gemeinde, und bis Ende des 18. Jahrhunderts, als der Jesuitenorden von Papst Klemens XIV. verboten und aufgehoben wurde, kam es immer wieder zu Konflikten zwischen den Jesuiten bzw. dem Bistum Paderborn und der lippischen Landesherrschaft.

1649 wurde eine Religionsbefragung unter der Falkenhagener Bevölkerung durchgeführt, in der jeder bekennen sollte, zu welcher Konfession er zukünftig gehören wolle. Protestantisch gesinnte Einwohner wollten auf keinen Fall die evang.-reformierte, allenfalls die evang.-lutherische Konfession. Um 1750 waren etwa 2/3 der Einwohner reformiert und 1/3 katholisch. Allein die Einwohner des Dorfes Köterberg waren bis in die 1970er Jahre ausschließlich katholisch.

Die ehemalige Kirche des Kreuzherrenklosters, eine gotische einschiffige Saalkirche mit hohem Kreuzgewölbe, dient seit dem Teilungsvertrag der reformierten Gemeinde als Gotteshaus. Sie wurde im 15. und 16. Jahrhundert errichtet und 1896 gründlich erneuert. Kaiser Wilhelm II. stiftete 1895 die neue Kanzel.

Das Pfarrhaus des reformierten Pastors ist nach einer Inschrift 1509 errichtet. Es handelt sich um das ehemalige Dormitorium des Klosters.

Da der katholische Schulunterricht durch die Jesuiten kostenlos war, wurde auch in den evangelischen Schulen kein Schulgeld erhoben.

Pfarrer:
Christian Friedrich Melm, 1835-1875. geboren am 03.Dezember 1805 in Lage. Er studierte in Göttingen und Halle. Von 1828-1830 war er Gehilfe in Oerlinghausen, von 1830-1835 Pastor in Augustdorf. 1835 ließ er sich nach Falkenhagen versetzen. Von 1858 bis 1874 hatte er das Amt des Superintendenten der Klasse Brake inne. Im Jahre 1875 wurde er in Falkenhagen seines Amtes enthoben. Am 06. September 1881 starb er in Lage.

Informationen nach:
Wilhelm Butterweck, Die Geschichte der Lippischen Landeskirche, Schötmar 1926, S. 394 ff.
Heinrich Festing, Kloster und katholisches Kirchspiel Falkenhagen, Paderborn 2005.
Gerking, Willy (Hg.), 750 Jahre Kloster Falkenhagen. Festschrift zur 750jährigen Wiederkehr der Klostergründung und zum 500jährigen Jubiläum der Kirchweihe, Leopoldshöhe 1997.

Enthält Einträge aus folgenden Orten:
Biesterfeld, Falkenhagen, Henkenbrink, Hünkergrund, Hummersen, Köllergrund, Köterberg, Niese, Paenbruch, Ratsiek, Rischenau, Sabbenhausen, Wörderfeld.

In den Heiratsregistern werden folgende auswärtige Niederlassungsorte genannt:
Burgsteinfurt, Horn.
Niederlassungsorte werden nur in wenigen Fällen genannt.

Wesentliche genannte Standeszugehörigkeit:
Es finden sich Einlieger sowie fast alle landwirtschaftlichen Besitzerklassen vom Hoppenplöcker bis zum Halbmeier.

Wesentliche genannte Berufe/Gewerbe:
Neben der bäuerlichen Bevölkerung gibt es verschiedene Handwerker, wenige öffentlich Bedienstete, Kaufmann, Krüger, Müller, sowie Glasmacher.

Wesentliche genannte Todesursachen:
Altersschwäche, Auszehrung, Brustkrankheit, Keuchhusten (1851), Nervenfieber, Schürken, Schwindsucht, Totgeburt, Wassersucht, Wochenkind.

Weitere Bemerkungen:
Geburten: sechsspaltige Tabelle (Geburtsort / Geburtsdatum / Taufdatum / Name des Täuflings / Namen der Eltern mit Angaben zum Stand, Beruf und Heiratsdatum / Taufzeugen).

Konfirmationen: Listen der Konfirmanden getrennt nach Schulen mit Namen und Geburtsdatum. Anzahl der Kommunikanten pro Jahr.

Heirtaten: dreispaltige Tabelle (Ort der Niederlassung und Datum der Heirat / Angaben zum Bräutigam / Angaben zur Braut).

Sterbefälle: siebenspaltige Tabelle (Sterbeort / Name, Stand und Familienverhältnisse des Verstorbenen / Tag des Todes / Tag des Begräbnisses / Todesursache / Alter / Geburtsdatum und �ort).

Jährliche Präsentationsberichte des Pfarrers an das Konsistorium zu den Kirchenbuchduplikaten mit Berichtigungen und Ergänzungen der Register.



 
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